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Urlaub auf den Azoren: Teil 3 – Die Insel „Pico"

veröffentlicht am So., 30.08.2026
geschrieben von Birgit Weißgerber
Inhaltsverzeichnis
2026
29.
Jul.
2026
02.
Aug.
Vom 29. Jul. 2026 bis 02. Aug. 2026

Später als ursprünglich geplant erreichten wir die Insel Pico, unsere dritte Station der Azoren-Rundreise. Hier erwarteten uns ganz neue Eindrücke und wieder viele interessante Erlebnisse.

Tag 10 – Mittwoch

Die Odyssee, bis wir endlich Pico erreichten, hat Alex bereits im Bericht zur Insel Terceira formuliert, weswegen ich hier nicht weiter darauf eingehen werde. Jedenfalls kamen wir erst mitten in der Nacht auf Pico an, holten am Schalter unseren Mietwagen mit den warmen Worten "Der Wagen ist nicht mehr der Jüngste, doch er fährt super." ab und machten uns auf den Weg nach Prainha, wo wir unser Ferienhaus hatten.

Übermüdete Ankunft auf Pico

Reichlich müde kam uns die Fahrt viel zu lang vor. Dennoch, selbst im Dunkel der Nacht begeisterte uns sowohl die Lage (total ruhig) als auch die Beschaffenheit des Hauses selbst (alles top in Ordnung), als wir unser Ziel erreichten. Viel Zeit nahmen wir uns zunächst nicht, denn eine Mütze voll Schlaf in einem richtigen Bett hatten wir alle nötig. Gegen zwei Uhr in der Nacht legten wir unsere Köpfe auf die Kopfkissen und freuten uns auf den nächsten Tag.

Tag 11 – Donnerstag

Die erste Tat nach dem Aufstehen in Prainha war aus dem Fenster sehen. Mit dieser Aussicht ließen wir alles Negative der vergangenen Tage hinter uns. Wir waren nun auf Pico mit Blick aufs Meer in einem wunderschönen Haus mit Garten.

Schwarzes Vulkangestein rund um die Insel

Das Frühstück besorgten wir in einem kleinen Tante Emma Laden und haben danach die Umgebung erkundet. Besonders aufgefallen sind uns die schwarzen Felsen aus Vulkangestein die überall ins Meer ragten. Später erfuhren wir, dass der Vulkan zwischen 1718 und 1720 zum letzten Mal ausgebrochen war und wir konnten uns sehr gut die Lavaströme vorstellen die dabei ausgespuckt wurden.

Wir sind auch bis ans Ende unserer Straße gegangen, wo sich ein Restaurant und ein natürliches Schwimmbecken befand. Im Restaurant wollten wir am Abend essen gehen und fragten wegen Reservierung nach. Auf dem Rückweg kamen wir an einer roten Windmühle vorbei, die, wie wir später bemerkten, eine Art Wahrzeichen von Pico sind. In fast jedem Ort steht eine solche Windmühle. Auch kleine Pavillons konnten wir in der Mitte jeden Ortes entdecken, die für Feiern genutzt werden.

Whale Watching gebucht

Am Nachmittag haben wir mit dem Auto die Insel erkundet und sind in das hübsche Städtchen Lajes do Pico gefahren um uns für eine Whale Watching Tour anzumelden. Leider konnten wir aufgrund von Wolken den Vulkan Pico nicht sehen. Dafür hatten wir sehr schöne Aussichten aufs Meer.

Zum Abendessen gingen wir ins Adega Açoriana, dem Restaurant am Ende der Straße in der unser Ferienhaus gelegen war, und haben die auf den Azoren so beliebten Lapas Grelhadas (Napfschnecken) probiert. So ganz konnten wir ihre Beliebtheit nicht nachvollziehen. Diese muschelähnlichen Meerestiere hatten wenig Eigengeschmack bei zäher Konsistenz und wir waren uns einig, dass wir dieses Essen nicht wieder bestellen werden. Sven, der sonst nur ausgewählten Fisch isst, hat auch 4 Stück gegessen und dies fotografisch dokumentiert – sehr zum Erstaunen seiner Freunde und Familie. Unsere Hauptspeisen waren sehr gut und mit einem spektakulären Mond und sehr vielen Katzen ging unser erster Tag auf Pico zu Ende.

Tag 12 – Freitag

Eigentlich sollte an diesem Tag etwas ganz anderes stattfinden – die Besteigung des Pico.

Pläne ändern sich

Alex, Mila und Sven hatten sich für unseren Aufenthalt auf Pico die Wanderung zum Vulkangipfel vorgenommen. Ich nahm Abstand davon wegen der extremen Steigung (1020 Höhenmeter auf 7 km). Da Mila von ihrer Abireise zudem eine Erkältung mitbrachte und diese gleich in den ersten Tagen an Alex weitergab, mussten sich beide erst einmal erholen. Deshalb badeten wir trotz der Möglichkeiten weder auf São Miguel, noch auf Terceira und Pico. Sven und ich wollten nicht ohne die beiden ins Meer oder in die heißen Quellen.

Mila fühlte sich auf Pico noch nicht so gut, um mit auf den Vulkan zu wandern. Alex hatte das Pech, dass zusätzlich zu seiner noch nicht ganz auskurierten Erkältung seine hohen Wanderschuhe kaputt gingen. Beides sorgte dafür, dass ich ihm stark davon abgeraten habe, den Pico zu besteigen. Er war mir deshalb sehr böse, versuchte ich doch seinen größten Wunsch zu vereiteln. Verziehen wurde mir am Tag des Whale Watching. Die Frau neben mir im Boot war am Vortag auf den Pico gestiegen, just der Tag, den Alex auch ausgewählt hatte. Sie erzählte mir, wie sehr sie den Auf- und Abstieg unterschätzt hätten, wie wenig Aussicht dort oben war und wie gefährlich der Abstieg im Regen wurde.

Meine Idee, Alex könne jederzeit zurückkehren um den Berg zu besteigen, sowie auch einige Wochen auf den Azoren arbeiten, gefiel ihm sehr gut.

Das alles führte zu einer Planänderung, so dass wir die Stadt Madalena besuchten. 

Weinbaukulturlandschaft mit Unesco Weltkulturerbe

Wir haben uns die Kirche Santa Maria Madalena angesehen und den Hafen, mit dem schönen Blick auf die Insel Faial. Anschließend unternahmen wir eine Wanderung zu den über 500 Jahre alten Steinmauern zwischen denen der berühmte Wein der Azoren angepflanzt ist. Seit 2004 Unesco Weltkulturerbe. Mila und ich sind etwas früher als die beiden Männer zurückgegangen und waren am Auto bevor es geregnet hat. Alex und Sven wurden ein bisschen nass. Auf dem Rückweg fuhren wir noch kilometerweit an Mauern mit Reben entlang. Die Ernte dieses Weines muß extrem mühsam sein, da die Reben nicht wie bei uns an einem Stamm nach oben wachsen, sondern über den Boden sich ausbreiten, was natürlich auch den etwas höheren Preis erklärt. Wir haben einige dieser Weine probiert, roter wie weißer Wein waren immer trocken ausgebaut mit wenig Säure und sehr lecker.

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Der Vulkan zeigt sich zum ersten Mal

Auf einer Hochebene konnten wir nun auch zu ersten Mal den Fuß des Vulkans Pico sehen, sowie die schönen Kühe die hier das ganze Jahr über auf den Weiden sein können, welche ebenfalls mit Mauern aus Vulkangestein umgeben sind.

In Prainha zurück sind wir ins Restaurant Tasca, wo wir in schönstem Ambiente bei super Service sehr gut gegessen haben.

Tag 13 – Samstag

Heute, am 1. August hieß es früh aus den Federn, denn wir hatten uns in Lajes zum Whale Watching bei Espaço Talassa angemeldet und um dorthin zu gelangen, mussten wir einmal quer über die Insel fahren.

Whale Watching – viel mehr als Walbeobachtung

Sehr gespannt und aufgeregt haben wir auf das Ablegen des Bootes gewartet. Zu unserer Überraschung waren so viele deutsche Touristen angemeldet, dass ein Boot mit ca. 26 Personen gefüllt wurde und ein deutscher Meeresbiologe uns als Reisebegleiter sehr viele, sehr interessante Informationen zum Atlantik und seinen Bewohnern geben konnte. Dieser Ausflug aufs Meer war etwas ganz besonderes. Wenn hunderte von Delfinen neben dem Boot mit uns um die Wette schwimmen, entsteht eine emotionale Verbindung, die auch jetzt während ich dies schreibe, wieder aufflammt.

Insgesamt drei verschiedene Arten Delfine waren mit uns unterwegs. Doch noch spektakuläre Tiere warteten auf uns. Wir sahen einen Pottwal mit Jungtier und einen Bartwal mit Jungtier deren Größe unglaublich beeindruckend war. Auch eine große Meeresschildkröte schwamm kurz neben unserem Boot.

Hier von Meer aus hatten wir nun auch zum ersten Mal einen guten Blick auf den Vulkan Pico und wir konnten gar nicht aufhören Fotos zu machen. In Lajes zurück holten wir uns Essen im Supermarkt und besichtigten noch das Walfangmuseum, wo man einerseits sehen konnte wie gefährlich und mühsam der Walfang einst war, aber auch wie grausam für die Tiere.

Erkundung der Ostküste mit all ihren Vulkangesteinausläufern

Wir entschieden noch einen Abstecher in den äußersten Osten der Insel zu machen. Am Ponta da Ilha konnte man an einem Forschungsinstitut einen Leuchtturm bewundern, sowie die kuriosen Steinformationen die ins Meer ragten. Ein paar Kilometer weiter sind wir schließlich noch ein Stück auf dem Küstenpfad gewandert.

Da uns das Essen im Tasca so zugesagt hatte, entschieden wir dort unseren letzten Abend ausklingen zu lassen. Bei Rindfleischplatte, Pommes und Reis gelang das vorzüglich.

Tag 14 – Sonntag

Heute hieß es Abschied nehmen von Pico. Unser Gepäck kam ins Auto und wir waren froh und dankbar, daß es durchgehalten hatte. Bei einer unserer Bergfahrten mussten wir nämlich umkehren, da die Kupplung gefährlich arg gestunken hat und auch die Stoßdämpfer komplett hinüber waren! Der Straßenzustand im Inland von Pico ist steinig, voller Schlaglöcher, oft sehr steil und dafür war dieses Auto nicht geeignet. Wir empfehlen ein geländetaugliches Auto.

Auf dem Weg zum Flughafen haben wir noch Zwischenstation in São Roque do Pico sowie am Hafen von Madalena gemacht.

Mit einer Stunde Verspätung starteten wir in Richtung São Miguel und mit weiterer Verspätung ging es von dort über Nacht zurück nach Frankfurt, wo wir sehr müde gegen 6.30 Uhr gelandet sind. Ein Kaffee am Bahnhof des Flughafens konnte leider auch keine Wunder bewirken. Zusätzlich mussten wir auch noch eine Verspätung unseres Zuges nach Stuttgart in Kauf nehmen, so dass wir erst kurz vor 11.00 Uhr in Gerlingen ankamen. Wir ließen die Koffer einfach stehen und sanken dankbar in unsere Betten.

Rückblickend ein fantastischer Urlaub

Wir können die Inseln so unterschiedlich sie sind wirklich sehr empfehlen, waren auch sicher nicht das letzte Mal auf den Azoren, denn es gibt noch einiges dort zu erkunden. Auch die Tatsache, daß der Massentourismus noch nicht Einzug gehalten hat, gefiel uns sehr gut. Die moderaten Temperaturen während Deutschland unter 36 Grad schwitzte, waren ideal, die Natur grandios und unglaublich schön. Wanderer und Naturliebhaber kommen hier ganz auf Ihre Kosten. Die Menschen sind sehr freundlich und hilfsbereit und mit Englisch konnten wir uns überall verständigen.

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