Tag 12 – Freitag
Eigentlich sollte an diesem Tag etwas ganz anderes stattfinden – die Besteigung des Pico.
Pläne ändern sich
Alex, Mila und Sven hatten sich für unseren Aufenthalt auf Pico die Wanderung zum Vulkangipfel vorgenommen. Ich nahm Abstand davon wegen der extremen Steigung (1020 Höhenmeter auf 7 km). Da Mila von ihrer Abireise zudem eine Erkältung mitbrachte und diese gleich in den ersten Tagen an Alex weitergab, mussten sich beide erst einmal erholen. Deshalb badeten wir trotz der Möglichkeiten weder auf São Miguel, noch auf Terceira und Pico. Sven und ich wollten nicht ohne die beiden ins Meer oder in die heißen Quellen.
Mila fühlte sich auf Pico noch nicht so gut, um mit auf den Vulkan zu wandern. Alex hatte das Pech, dass zusätzlich zu seiner noch nicht ganz auskurierten Erkältung seine hohen Wanderschuhe kaputt gingen. Beides sorgte dafür, dass ich ihm stark davon abgeraten habe, den Pico zu besteigen. Er war mir deshalb sehr böse, versuchte ich doch seinen größten Wunsch zu vereiteln. Verziehen wurde mir am Tag des Whale Watching. Die Frau neben mir im Boot war am Vortag auf den Pico gestiegen, just der Tag, den Alex auch ausgewählt hatte. Sie erzählte mir, wie sehr sie den Auf- und Abstieg unterschätzt hätten, wie wenig Aussicht dort oben war und wie gefährlich der Abstieg im Regen wurde.
Meine Idee, Alex könne jederzeit zurückkehren um den Berg zu besteigen, sowie auch einige Wochen auf den Azoren arbeiten, gefiel ihm sehr gut.
Das alles führte zu einer Planänderung, so dass wir die Stadt Madalena besuchten.
Weinbaukulturlandschaft mit Unesco Weltkulturerbe
Wir haben uns die Kirche Santa Maria Madalena angesehen und den Hafen, mit dem schönen Blick auf die Insel Faial. Anschließend unternahmen wir eine Wanderung zu den über 500 Jahre alten Steinmauern zwischen denen der berühmte Wein der Azoren angepflanzt ist. Seit 2004 Unesco Weltkulturerbe. Mila und ich sind etwas früher als die beiden Männer zurückgegangen und waren am Auto bevor es geregnet hat. Alex und Sven wurden ein bisschen nass. Auf dem Rückweg fuhren wir noch kilometerweit an Mauern mit Reben entlang. Die Ernte dieses Weines muß extrem mühsam sein, da die Reben nicht wie bei uns an einem Stamm nach oben wachsen, sondern über den Boden sich ausbreiten, was natürlich auch den etwas höheren Preis erklärt. Wir haben einige dieser Weine probiert, roter wie weißer Wein waren immer trocken ausgebaut mit wenig Säure und sehr lecker.
Kommentare