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Autos, Kunst und Geschichte – Saisonabschluss 2025

veröffentlicht am So., 05.10.2025
geschrieben von Alexander Weißgerber
Inhaltsverzeichnis
2025
03.
Okt.
2025
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Vom 03. Okt. 2025 bis 05. Okt. 2025

Am letzten Wochenende im September oder auch Anfang Oktober und die Oldtimersaison geht ihrem Ende entgegen. Obwohl das Jahr 2025 bereits mit unglaublich vielen tollen Erlebnissen aufwarten konnte, planten wir eine letzte Tour, die noch einmal bunt gemischt sowohl automobiles als auch geschichtliches und kunstorientiertes zu bieten hatte.

Wir waren dazu in Augsburg, Murnau, Schloss Linderhof und Ulm.

Der dritte Oktober, also der Feiertag zum Tag der Deutschen Einheit, fiel 2025 auf einen Freitag. Optimal, um damit die Oldtimersaison gebührend abzuschließen und noch einmal drei Tage unterwegs zu sein.

Freitag: Altbekannte und neue Ziele und ein neues Auto

Die Tour an diesem Oktoberwochenende unternahmen wir als Familie und mit Freunden. Mit von der Partie waren also Birgit, Mila, Moritz und Sven. Das Besondere jedoch war zunächst, dass Sven mit seiner neuen Errungenschaft, einem 1994er Mercedes-Benz SL 320 teilnahm. Der Audi wurde zwischenzeitlich verkauft, die Suche nach einem neuen Oldtimer begann und nach zahlreichen Besichtigungen wurde es schließlich ein turmalingrüner SL.

Moritz wählte als fahrbaren Untersatz den Opel Manta, der schon auf der Alpentour gezeigt hat, was in dem kleinen Coupé auch heute noch steckt.

Es ging also am Freitag Morgen um kurz nach 9 Uhr in Gerlingen los. Das Ziel war Augsburg und wie üblich wurden abwechslungsreiche Straßen gewählt. Obwohl sich die Sonne von ihrer besten Seite zeigte war es mächtig kalt. Das interessierte Sven nicht und Birgit, die zunächst im SL Platz genommen hatte, musste sich warm einpacken, denn schon von Beginn an wurde das Verdeck geöffnet. Mila und ich fuhren mit geschlossenem Dach los, die Temperaturen waren uns nicht ganz geheuer und der Mercedes hat zudem die bessere Heizung, schließlich ist er 26 Jahre jünger als die Corvette.

Die Tür klemmt

Nach einigen Kilometern überlegten wir es uns jedoch, hielten an, öffneten auch unser Dach und es ging weiter. Wenig später legten wir einen Zwischenstopp ein und es gab eine Überraschung, mit der niemand gerechnet hatte. Die Fahrertür der Corvette ließ sich von innen nicht mehr öffnen. Entgegen der Hoffnung, von außen würde es noch funktionieren, verweigerte der Türöffnungsmechanismus auch hier seinen Dienst.

Ab dem Moment hieß es also, stetig ein wenig ungelenk über die Mittelkonsole hinweg auf der Beifahrerseite auszusteigen. Auch WD-40 half nicht, das ganze Wochenende wurde also nur noch über die Beifahrertür ein- und ausgestiegen und nun muss geklärt werden, was das Problem ist. Es ist das erste Mal, das die Corvette ein echtes Problem hat, nach inzwischen rund 24.000 Kilometern, die sie in unserem Besitz ist.

Japanische Klassiker und die Fugger

Wir nahmen es locker, fuhren weiter und kamen um kurz nach 13 Uhr in Augsburg am Mazda Classic Automobil Museum Frey an. Unser erster Stopp für diesen Tag, der das Thema Automobilgeschichte aus Japan beinhaltete. Einige coole Klassiker, davon auch zahlreiche mit dem besonderen Kreiskolbenmotor, die das kleine Museum bereit hält. Faire Eintrittspreise, interessante Ausstellungsstücke, tolle Location, also definitiv ein Besuch wert.

 

Tipp zum Besuch des Mazda Classic Automobil Museum Frey

Das Mazda Museum ist nicht besonders groß und preislich auch ohne Rabatte eins der günstigeren Automuseen. Doch bereits ab fünf Personen ist es hier möglich, den Gruppenrabatt zu nutzen. Dazu kommt, dass hierbei zusätzlich Preisnachlässe für Schüler und Studenten gewährt werden.

Aufgrund des vermutlich geringen Bekanntheitsgrades ist das Museum zudem nicht sehr stark frequentiert. Selbst am Feiertag, an dem wir hier waren, hielten sich innerhalb der Museumsräume nur wir plus etwa maximal 4 weitere Besucher auf. Es ist also kein Problem, tolle Fotos zu schießen, da nicht ständig jemand vor die Linse läuft.

Webseite des Mazda Museums

Danach wurde eine Kleinigkeit gegessen und es ging weiter in die Innenstadt. Hier wollten wir sowohl den Dom als auch die Fuggerei sehen. Die Fuggerei ist die weltweit erste Sozialsiedlung, gegründet im Jahre 1521, also vor mehr als 500 Jahren, sollte sie bedürftigen Menschen die Möglichkeit bieten, zu günstigen Kosten in menschenwürdiger Umgebung zu wohnen. Auch diese Attraktion sollte man sich bei einem Besuch in Augsburg nicht entgehen lassen. Zu sehen sind sowohl teilweise eingerichtete Wohnungen als auch viel Wissenswertes rund um die Geschichte der Fuggerei.

Wir schlenderten noch ein wenig durch die Stadt und machten uns im Anschluss auf den Weg in unsere Unterkunft, das Hotel & Restaurant Haunstetter Hof im Stadtteil Haunstett. Mit sehr guter Verkehrsanbindung und einer Tiefgarage war das die perfekte Unterkunft für uns. Zudem konnten wir ohne Zeitdruck sehr gut Essen und den Abend gemütlich ausklingen lassen.

Samstag: Kunst und Kultur in vollen Zügen

Nach dem Aufstehen gab es am Samstag Morgen ein hervorragendes Frühstück und wir starteten unsere zweite Etappe, die uns nach Murnau und Linderhof führen sollte.

Murnau – ein lohnendes Ziel für Liebhaber des Expressionismus

Nach einem kleinen Zwischenstopp am Ammersee kamen wir gegen 12 Uhr in Murnau am Staffelsee an. Ein sehenswertes Örtchen mit schönen Häusern, einem nicht ganz so aufregenden und doch gut gelegenen Schloss mit Garten und natürlich dem Münter-Haus, dem Wohnhaus von Gabriele Münter und Wassily Kandinsky.

Nach einer Erfrischung im Schlossgarten und einem Spaziergang durch die Stadt begaben wir uns also auf einen Kunstexkurs.

Im Münter-Haus kann man als Kunstbegeisterter, insbesondere natürlich, wenn man den Expressionismus mag, viel interessantes aus dem Leben der Künstlerin Gabriele Münter erfahren. Im Außenbereich erwartet einen der tolle Garten. Das Innere bietet neben Malerei und Fotografie auch die wunderschön restaurierten Räume inklusive der berühmten Malereien von Kandinsky auf Wänden, Möbeln und Treppen. Die zahlreichen Besucher verdeutlichten, dass auch mehr als ein Jahrhundert später die Kunst und ihre Schöpfer nichts an Interesse eingebüßt haben.

Schloss Linderhof bei Sonnenschein

Jetzt hieß es weiter nach Linderhof zu fahren. Bereits auf unserer Saisonabschlusstour im vergangenen Jahr besuchten wir das Schloss von König Ludwig II. von Bayern, hatten jedoch wirklich Pech mit dem Wetter. Diesmal sollte es Sonnenschein geben und das Erlebnis war gleich viel besser.

Schloss Linderhof, das von König Ludwig II. am meisten geliebte Schloss, liegt idyllisch eingerahmt zwischen Bergen und soll eine kleine Version von Versaille in Frankreich darstellen. Aufgrund des begrenzten Platzes ist es natürlich lange nicht so groß und doch üppig ausgestattet und mit einem tollen Garten versehen.

Wir unternahmen also ein zweites Mal die Tour durch das Schloss und nahmen uns diesmal richtig viel Zeit, um auch den Garten zu besichtigen. Von unzähligen Punkten aus lassen sich tolle Fotos vom Schloss und der Bereich drumrum schießen. Wer also Neuschwanstein gesehen hat, der muss unbedingt auch Linderhof besuchen.

Zum Ende unserer Erkundungstour wurde es dann doch wieder düster und es begann zu regnen. Wir flüchteten uns also schnell zu den Autos, um die letzte Etappe des Samstags in Angriff zu nehmen, den Weg nach Marktoberdorf.

Sintflutartiger Regen

Der Regen nahm zu, ich fuhr weiter allein – Mila saß bei Sven im Mercedes und Birgit fuhr bei Moritz mit – und das inzwischen nicht mehr dichte Verdeck der Corvette verlangte von mir einiges an Akrobatik, um anhand von Tüchern das hinten rechts durch das Sichtfenster einbrechende Wasser zu bändigen.

Es wurde dunkel und wir kamen sicher beim Landgasthof Voglerwirt an. Alle Gepäckstücke aus dem Auto geholt, eingecheckt und zufrieden, dass alles gut gelaufen war, begaben wir uns an den vorab reservierten Tisch. Es gab sehr gutes Essen, viel Bier und der Abend war lustig. Wir tauschen die Erlebnisse aus, amüsierten uns wieder darüber, dass ich erneut reichlich Sport in der Corvette treiben musste, einerseits wegen der defekten Fahrertür und andererseits wegen des Wassereinbruchs.

Sonntag: Ulm bei weiterhin viel Regen

Der Sonntag begann zunächst trocken. Zum Glück, so konnten Mila und ich die Fahrt wenigstens die ersten Kilometer ohne viel Aufregung absolvieren. In Ulm angekommen, war es weiterhin richtig kalt und es nieselte. Hier wollten wir uns primär das Ulmer Münster anschauen. Schließlich ist das Ulmer Münster mit 161 Metern die höchste Kirche der Welt. Bis auf die Höhe besitzt dieser Dom jedoch keine weitere Alleinstellungsmerkmale. Nachdem wir vor kurzem erst die Salisbury Cathedral sowie die Cathedral von Canterbury besichtigt hatten, hatte es das Ulmer Münster reichlich schwer, Eindruck zu schinden.

Weil das Wetter sich einfach nicht bessern wollte, hatten wir auch keine Lust, weitere Erkundungen in Ulm zu unternehmen, so dass wir bald zu den Autos zurückkehrten und die Heimreise antragen. Der Regen hatte uns weiter fest im Griff, doch es war überschaubar.

Gebührender Abschluss der Oldtimersaison

Gegen 16 Uhr kamen wir wohlbehalten in Gerlingen an. Die Autos freuten sich über eine trockene Garage und wir auf einen entspannten Nachmittag. Rückblickend war das Wochenende also trotz des vielen Regens am Samstag Abend und Sonntag ein voller Erfolg. Wir haben Augsburg bei vollem Sonnenschein sowie Murnau und Linderhof ebenfalls bei wunderbarem Wetter gesehen und wieder eine tolle Zeit mit Freunden verbracht. Damit ist die Oldtimersaison beendet. Vielleicht gibt es noch den einen oder anderen schönen Tag, doch zunächst muss die Tür der Corvette repariert werden und es wird auch einige andere Arbeiten geben, die in dem Zuge gleich mit erledigt werden können.

Das Jahr 2025 war grandios. Wir haben so viel gesehen, erlebt und viele Stunden mit tollen Menschen verbracht. Die Freude auf das nächste Jahr ist groß. Schon jetzt arbeiten wir an neuen Plänen, bis dahin heißt es "Vorfreude ist die schönste Freude" mit den Hintergedanken, dass die Erlebnisse für immer halten.

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